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Ökologische Arbeit bei Shanti Sewa Griha,
Kathmandu
Im Juli 1992 hat Marianne Grosspietsch (MG) die Shanti
Leprahilfe Dortmund e.V. gegründet. Gleichzeitig gründete
sich in Kathmandu / Nepal der Verein Shanti Sewa Griha (=Frieden
Dienst Heim).
Zweck des Vereins ist die Hilfe für Notleidende, besonders
für Leprakranke in Nepal. Ohne irgendwelche Rücklagen,
mit 17.000,- DM Spenden von Freunden eröffnete sie damals eine
Armenambulanz, die täglich 60–100 Menschen versorgte.
Gleichzeitig schuf sie für zunächst 12 PatientInnen dauerhafte
medizinische Hilfe, ein Zuhause und sinnvolle Arbeit.
Die Haupt-Station liegt in Kathmandu in der Nähe des großen
Tempels Pashupathinat, damit sie auch von auswärtigen Hilfesuchenden
leicht zu finden ist. In Budhanilkantha, etwa 9 km außerhalb
Kathmandus, aber noch im Tal, liegt unsere Außenstation.
Inzwischen gehören zur Shanti-Familie mehr als 1.300 Frauen,
Männer, Kinder und Waisen, eine Armen-Klinik, eine Armen-Ambulanz,
ein Gesundheitsposten, eine Kinderkrippe, zwei Kindergärten
und ein Bereich für körperlich und geistig behinderte
Kinder, eine staatlich anerkannte Schule, ein Haus für unterernährte
Kinder, eine Lehrküche, eine Armenküche (tägl. etwa
1.200 Mahlzeiten), ca. 12 verschieden Beschützende Werkstätten
und, immer wichtiger, eine große ökologische Landwirtschaft.
Die ökologische Landwirtschaft steht nachfolgend
besonders im Blick.
Nepal ist eines der ärmsten Länder der Erde. 82% der Frauen
und 56% der Männer sind Analphabeten. Vor allem in den ländlichen
Gebieten kann kaum jemand lesen und schreiben. Hinzu kommt: seit
einigen Jahren wird das Land zunehmend drangsaliert von Terroristen,
die sich selber Maoisten nennen (wobei sich China scharf von ihnen
distanziert.).
Diese beiden Tatsachen zusammen haben MG dazu gebracht, ihr Hauptaugenmerk
auf die ökologische Landwirtschaft zu lenken, denn: Die Menschen
bekommen Insektizide und Pestizide und Düngemittel
aus dem Ausland (Amerika, Japan, Europa; finanziert durch
die Weltbank). Die Dorfältesten bekommen eine halbstündige
Einweisung, wie mit den Chemikalien umzugehen ist (so die Auskunft
des Verantwortlichen der Weltbank, als MG ihn auf das Problem ansprach).
Da das natürlich nicht ausreicht und die Menschen ja die Gebrauchsanleitung
nicht lesen können, verarbeiten sie die ausländischen
Zaubermittel nach dem Motto »Je mehr, desto besser«,
geben teilweise kranken Kindern und Alten davon, denn was für
das Vieh und die Pflanzen gut ist – warum sollte das nicht
auch Menschen helfen? Die Ergebnisse dessen landen nur allzu oft
bei uns in der Klinik.
Eine kritische Zeitung Nepals machte schon vor zwei Jahren darauf
aufmerksam: das Gemüse ist so verseucht, dass es nach europäischen
Standards als giftig bezeichnet werden muss. Viele Bauern haben
aus instinktivem Unbehagen heraus denn auch auf ihrem Land Ecken
reserviert, wo sie das Gemüse für den Eigenbedarf anbauen.
Von dem, was sie zum Verkauf anbieten, wagen sie selbst nicht zu
essen.
Hinzu kommt: Die Maos haben die Kornkammer Nepals
im Süden abgeriegelt. Obst und Gemüse
dürfen nicht mehr in das Kathmandu-Tal geliefert werden. Bauern,
die ihre Felder bestellen oder abernten, riskieren ihr Leben. Tagelöhner,
die auf den Feldern der Bauern ihren Lebensunterhalt zu verdienen
suchen, werden brutal ermordet.
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