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Frankfurter Allgemeine Zeitung

Mittwoch, 18. Juli 2001

Lepra grassiert weiter

BONN, (epd). Lepra und Tuberkulose sind nicht auf dem Rückzug. Allein an Lepra erkranken nach Einschätzung des Deutschen Aussätzigen Hilfswerks (DAHW) jährlich unverändert rund 700 000 Menschen. Ursachen für die Übertragung der durch frühzeitige Behandlung heilbaren Krankheit seien schlechte Lebensverhältnisse, verunreinigtes Wasser, Unterernährung und katastrophale Wohnverhältnisse, wie der Geschäftsführer der Hilfsorganisation, Jürgen Hammelehle, am Dienstag, in Bonn sagte. Neben den zentralafrikanischen Ländern seien besonders Indien, Brasilien und Indonesien betroffen. Ein großes Problem sei zudem die Stigmatisierung von Leprakranken. Die Dunkelziffer der Erkrankungen liege daher wahrscheinlich noch viel höher.

Das Hilfswerk widersprach damit Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation vom Mai, nach denen der Sieg über die jahrhundertelang gefürchtete Infektionskrankheit in greifbare Nähe gerückt sei. Auch an Tuberkulose erkrankten jedes Jahr zwischen acht und zehn Millionen Menschen, sagte Hammelehle. Dabei sei die Krankheit mit Antibiotika gut zu behandeln. Wenn die Kranken besser aufgeklärt und behandelt würden, könnte ihr Leben in fast allen Fällen gerettet werden. Zur Bekämpfung von Tuberkulose und Lepra förderte das Würzburger Hilfswerk im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben insgesamt 330 Projekte in 47 Ländern. Mit einem Spendenergebnis von 29,3 Millionen Mark konnte die Vorjahressammlung um acht Prozent übertroffen worden.

 
 
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