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Nordwest Zeitung
24.04.2004
Spenden lassen Kranke hoffen
LEPRAHILFE Arzt berichtet über Nepal
Projekt und dankt Everster Gymnasiasten
Eine Schule und mehrere Häuser gibt es schon. Eine neue Klinik
soll noch dazukommen.
Von Jutta Neuhaus
OLDENBURG – Lepra ist heilbar. Trotzdem können die behandelten
Patienten nicht wieder in ihre nepalesischen Heimatdörfer zurück.
Denn die oft entstellten und behinderten Menschen gelten als Aussätzige
und werden verstoßen. Deshalb hat sich der Verein »Shanti«
nicht nur die Behandlung von Leprakranken zur Aufgabe gemacht, sondern
auch die Versorgung der Patienten nach der Krankheit.
»Diese Menschen arbeiten in unseren Werkstätten und
auf den Gemüsefeldern«, erklärt Krishna Gurung.
Der Physiotherapeut aus Nepal war gestern im Gymnasium Eversten
zu Gast um der Schülervertretung zu danken. Danken dafür,
dass die Schule schon seit sieben Jahren das Gesundheitszentrum
in der Nähe von Katmandu unterstützt. Danken dafür,
dass die Schüler Spenden sammeln, Waren verkaufen, Sponsorenläufe
organisieren, sprich alles tun, um »Shanti« zu helfen.
Mit Hilfe des Gymnasiums Eversten konnte nicht nur das Gesundheitszentrum
in der Nähe von Katmandu erweitert werden, es gibt jetzt sogar
eine Schule. »[Für die Kinder der geheilten Leprapatienten]
brauchen wir einen Kindergarten und eine Schule«, erklärt
Gurung. Leider gibt es aber auch kranke Kinder, für die »Shanti«
sorgen muss. »Kinder mit schwersten Behinderungen werden dort
einfach vor die Tür gelegt, weil die Eltern sie nicht versorgen
können«, erklärt Herbert Grosspietsch vom deutschen
Verein »Shanti« mit Sitz in Dortmund.
Die kranken wie gesunden Kinder werden versorgt und betreut, während
die Eltern behandelt werden oder arbeiten. »Wir konnten im
vergangenen Jahr sechs Monate lang alle von dem selbst angebauten
Gemüse versorgen« freut sich Grosspietsch. »Das
spart natürlich Geld für andere Projekte.«
So wurde gerade ein neues Gelände angekauft, auf dem ein Klinikgebäude
entstehen soll. Auch die Menschen in dem benachbarten Slum werden
davon profitieren, hofft Krishna Gurung. Er zeigte mit eindrucksvollen
Bildern den Unterschied zwischen den starren Blicken der Kinder
in dem Slum und den lachenden, zufriedenen Gesichtern auf dem »Shanti«-Gelände.
»Mit der Hilfe aus Oldenburg gelingt es uns, jeden, der zu
uns kommt, medizinisch zu versorgen«, dankt der Mediziner
den Helfern.
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