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Zum Welt-Lepra-Tag am kommenden Sonntag haben Sie im Lepramuseum in Münster eine Ausstellung arrangiert. Was zeigen Sie dort?

Die Ausstellung unter dem Titel: »Das Rad der Hoffnung« soll nicht nur über die erschreckende Krankheit informieren, sondern auch über die positive Seite. Wir wollen Lepra ja nicht nur medizinisch heilen, sondern den Kranken neuen Lebensmut wachsen lassen, wollen helfen, daß sie sich als Menschen wertvoll und angenommen fühlen. In Münster zeigen wir Bilder aus der Shanti-Arbeit und viele der Produkte aus der Reha-Werkstatt.

Was wünschen Sie sich für unser europäisches Verständnis gegenüber Leprösen?

Weltweit müßte viel mehr Verständnis für all die Probleme wachsen, die die Lepra mit sich bringt. Vor allem müssen die Betroffenen erfahren, daß Lepra heilbar ist, und die helfenden Medikamente bekommen.

Was ist das Nützlichste, was wir von Deutschland aus tun können?

Natürlich sind wir angewiesen auf offene Ohren, und wir brauchen dringend finanzielle und ideelle Hilfe. Nur dann kann die Müdigkeit aufgefangen werden, die uns angesichts der Riesenwelle von Elend oft überfällt.

Und was muß noch in Nepal geschehen und in den anderen betroffenen Ländern?

Lepra ist eine ganz typische Krankheit armer Menschen. Die bittere Armut, aber auch die fehlende Hygiene und die mangelnde Versorgung müßten behoben werden. Nepal braucht noch sehr viel konkrete Hilfe.

Es gibt eine Prognose der WHO, Lepra bis zum Jahr 2000 ausrotten oder wenigstens entscheidend zurückdrängen zu können. Glauben Sie das auch?

Nein, das halte ich – leider für nicht möglich.

Wie wichtig ist neben der Behandlung mit Medikamenten die soziale Einbeziehung, das Nicht Ausgrenzen der »Aussätzigen«?

Das wäre das Entscheidende. Die Kranken empfinden sich selbst als Abfall der Gesellschaft und fügen sich in ihr Schicksal. Sie werden verstoßen und ausgesetzt. Unser Anliegen ist es, ihnen ein Zuhause zu geben. In Shanti Sewa Griha – wörtlich: Friedens-Dienst-Heim – sollen sie gesunden, ein Handwerk erlernen und soweit wie möglich ihren Lebensunterhalt erarbeiten.

Die Fragen stellte Eckart Klaus Roloff.

Spenden werden herzlich erbeten für die Shanti Leprahilfe Dortmund e.V.,
Kto. 1 77 77 13. Deutsche Bank Dortmund, BLZ 440 700 24.

 
 
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