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Marianne Grosspietsch hat eine fast unerschöpfliche Menschenliebe. Die hat sie letztlich dazu angetrieben, die Shanti Leprahilfe zu gründen.
 
 

Marianne Grosspietsch pendelt zwischen Deutschland und Nepal. Etwa alle sechs Wochen fliegt sie nach Kathmandu, zur »Shanti-Leprahilfe«, auch »Tor der Hoffnung« genannt. »Mama kommt«, heißt es dann dort. »Ich muss gelegentlich nach dem Rechten sehen«, schmunzelt sie. »Sonst passiert es, dass auf dem Weihnachtspapier plötzlich Osterhasen erscheinen. Oder dass die Flügel der Engel wie ein Hubschrauber-Propeller auf dem Kopf angebracht werden.«
Welche Voraussetzungen muss ein Mensch erfüllen, um quasi aus dem Nichts, ohne Institution im Rücken, eine solche Einrichtung aufzubauen? »Sie hat ein geradezu computerhaftes Gedächtnis und kann alles miteinander verknüpfen, was sie jemals gelernt oder gelesen hat. Selbst Dinge aus der Abitur-Zeit«, beschreibt Pfarrerin Christa Schaaf die besonderen Fähigkeiten der 62-jährigen Marianne Grosspietsch. Mindestens genauso wichtig ist aber eine schier unerschöpfliche Menschenliebe: »Was ihr einem der Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan«, sagt die engagierte Christin über ihre Motivation. Marianne Grosspietsch ist Mitglied der St. Reinoldi-Gemeinde in Dortmund. Der Begriff »Menschenwürde« taucht in ihrem Wortschatz kaum explizit auf, ist aber ständig präsent.
So einfach ist das. Und gleichzeitig so schwierig. Denn die »ShantiLeprahilfe« benötigt 25 000 Euro pro Monat. Eigentlich nicht viel, wenn man bedenkt, wie viele Menschen dort leben, ein Dach über dem Kopf, Arbeit und genug zu essen haben. Und trotzdem eine Menge Geld, das Monat für Monat aufgebracht werden muss. 10 000 Euro gehen per Dauerauftrag ein. Der Rest muss als Spende eingeworben werden. Monat für Monat.
Im vergangenen Jahr war Marianne Grosspietsch als eine von 1000 Frauen für den Friedensnobelpreis nominiert. In diesem Jahr hat sie das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Grosspietsch sieht das als willkommene Möglichkeit, das Shanti-Projekt einer noch größeren Öffentlichkeit vorzustellen. »Ich hoffe, dass sich Menschen angesprochen fühlen und diese Arbeit, die den Ärmsten der Armen hilft, unterstützen!«

In der Dortmunder Innenstadt, Hohe Straße 19, gibt es das Geschäft »Ganesh«, in dem die Textilien und Schmuckstücke verkauft werden, die in den Werkstätten der Shanti Leprahilfe hergestellt werden. Der Laden hat geöffnet Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr. Nicht mehr benötigte Bücher können dort abgegeben werden.
Wer die Arbeit von Shanti durch Spenden unterstützen möchte, kann einmalig oder regelmäßig Geld überweisen auf das Konto: 923 923; BLZ 350 601 90; KD-Bank Dortmund. Es gibt eine Spendenbescheinigung.
Weitere Informationen über die Shanti Leprahilfe gibt es unter Telefon: (0231) 73 6914, per E-Mail: info@shanti-leprahilfe.de oder im Internet: www.shanti-leprahilfe.de.

 
 

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