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Westdeutsche
Allgemeine Zeitung
DORTMUND, 31. Juli 2001
Menschen suchen Schutz bei Shanti
Seit der Bluttat in Kathmandu, der fast die gesamte Königsfamilie
zum Opfer fiel, herrscht zunehmend Terror in dem Land am Himalaya.
Und immer mehr Menschen suchen Schutz in der von Marianne Großpietsch
gegründeten Shanti-Lepra-Station.
Dortmunderin kämpft in Nepal
gegen Terror und die nackte Not
Immer mehr Menschen suchen Zuflucht in der Shanti-Station
Bombenanschläge, Morde, Entführungen In Nepal
wird die Lage immer dramatischer. Die Dortmunderin Marianne Grosspietsch
Gründerin der Shanti-Station für Leprapatienten
mittlerweile Refugium für die Ärmsten der Armen
kämpft In Kathmandu gegen die nackte Not.'
»Ein nicht abreißender Strom verzweifelter, oft ganz
junger Frauen mit kleinen Kindern fleht uns an, aufgenommen zu werden.
Gestern habe ich zählen lassen, wie viele Menschen bei uns
dauerhafte Hilfe brauchen es sind 653. Im Frühjahr waren
es noch 500 …«
Seit Anfang Juni fast die gesamte Familie des als besonnen und
friedliebend geltenden Königs Birendra ermordet wurde, provozieren
die so genannten Maoisten den neuen König Gyanendra und terrorisieren
das Land mit erschreckender Brutalität. Marianne Großpietsch
aus der nepalesischen Hauptstadt: »Vor zehn Tagen wurden 41
Polizisten umgebracht, am 12. Juli wurden 71 Polizisten entführt.
Niemand glaubt daran, daß ihre Familien sie je wiedersehen
werden.«
Krankheiten wie Cholera und Typhus grassieren. Und immer mehr Menschen
suchen Schutz in der Shanti-Station. Hilfe kommt von einer Kolping
Gruppe aus Köln, die trotz der offiziellen Warnungen nach Nepal
gereist ist und auf dem Dach der Station aus Hohlblocksteinen zusätzliche
Hütten errichtet. »Auch im Shanti Kindergarten schlafen
nachts so viele Menschen wie eben hineinpassen«, berichtet
Marianne Grosspietsch. Dazu ist die Versorgung eine täglich
neue Herausforderung: »Wir machen Hamsterkäufe, damit
unsere Schützlinge nicht hungern müssen, wenn es wieder
zu Streiks kommt«. Oder wenn der Terror die Maoisten mal wieder
mit Bombendrohungen das öffentliche Leben lahmlegt.
Einer, der die Sorgen der Dortmunderin um ihr Lebenswerk bei seinem
Besuch in der Station auf den Punkt brachte, war der deutsche Botschafter
Michael Lemp. Er sah die vielen Menschen und rang um Fassung: »Wenn
ich die alle satt kriegen müßte, ich würde keine
Nacht mehr schlafen.« JO
Spendenkonto Shanti Leprahilfe Dortmund e. V., Deutsche Bank Dortmund,
Konto 1 77 77 13. BLZ 440 70024.
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