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Sommer 2010
Sozusagen grundlos vergnügt
Ich freu mich, dass am Himmel Wolken ziehen
und dass es regnet, hagelt, friert und schneit.
Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,
wenn Heckenrosen und Holunder blühen.
Dass Amseln flöten und das Immen summen,
Dass Mücken stechen und dass Brummer brummen.
Dass rote Luftballons ins Blaue steigen.
Dass Spatzen schwatzen. Und dass Fische schweigen.
Ich freu mich, dass der Mond am Himmel steht
und dass die Sonne täglich neu aufgeht.
Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,
gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter,
wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn.
Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn!
Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn.
Ich freue mich vor allem, dass ich bin.
In mir ist alles aufgeräumt und heiter;
Die Diele blitzt. Das Feuer ist geschürt.
An solchem Tag erklettert man die Leiter,
die von der Erde in den Himmel führt.
Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben,
– weil er sich selber liebt – den Nächsten lieben.
Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne
und an das Wunder niemals ganz gewöhne.
Dass alles so erstaunlich bleibt, und neu!
Ich freue mich, dass ich… Dass ich mich freu.
Mascha Kaléko
Ein Ziel haben
ist die gr ößte Triebkraft
im Leben eines Menschen
Viktor Frankl
Liebe Freundinnen und Freunde unserer Shanti-Familie,
Am 15. Juli wurde Shanti 18 Jahre alt. 18 Jahre – für uns hier in Deutschland ist das ja ein ganz besonderes Datum – Volljährigkeit!
Wie ein Wunder erscheint es mir, was sich in dieser Zeit alles durch Ihre Hilfe entwickeln konnte.
Dabei bewegt mich nicht nur das äußere Wachstum Shantis von einem anfänglich winzigen Gesundheitsposten zu einem vielgestaltigen Zentrum für hilfsbedürftige Menschen. (Damit Sie sich einen kurzen Überblick verschaffen können, legen wir Ihnen unseren Flyer bei.)
Erzählen möchte ich Ihnen vielmehr von dem, was mich immer wieder mit Freude und fast ungläubigem Staunen erfüllt: zu erleben, was Ihre Unterstützung in vielen einzelnen Menschen bewirkt.
Krishna Maji und seine Familie
Krishna Maji kam als einer der ersten Patienten zu Shanti (Krishna ist ein sehr häufiger Name in Nepal). Jahrelang hatte er als Bettler am Fluss gehaust, bevor ich ihn entdeckte. Er hat keine Finger mehr, und auch etliche seiner Zehen sind der Lepra zum Opfer gefallen.
Was sollten wir mit ihm machen oder er bei uns? Den ganzen Tag nur auf die nächste Mahlzeit warten, das erschien zu öde. Er war doch sicher zu etwas fähig, was seinem Leben mehr Inhalt geben könnte?
Mir fiel das nepalesische handgeschöpfte Papier ein. Dieses Papier begeisterte mich schon lange. Krishna Maji hatte zwar keine Finger, aber konnten wir nicht an den Druckstock eine Schlaufe mit einem Klettverschluss anbringen, in die er dann mit seinem Handstumpf hineinschlüpfte? So könnte er das Papier zu buntem Geschenkpapier verwandeln.
Wir versuchten es, es klappte wunderbar, und Krishna Maji wurde unser erster Drucker.
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