Dhaka-Weberei

Phul Maya ist eine hochbegabte Künstlerin am Webstuhl.

Einzeln werden die Fäden abgezählt, damit das Muster stimmt.

Im Detail wird erkennbar, wie kompliziert Dhaka-Weberei ist.

Ein strahlendes Lächeln - trotz schwieriger Lebensverhältnisse: Phul Maya.

Alte Handwerkskunst - neu belebt

Bei Shanti wird eine alte Handwerkskunst gepflegt, die in Nepal nicht mehr sehr häufig anzutreffen ist: die Dhaka-Weberei. Sie hat ihren Namen von der Hauptstadt Bangladeshs - wo vor Jahrzehnten viele Spinnereien und Webereien zuhause waren.

Die Muster sind schon seit vielen Jahren bekannt und werden immer wieder neu variiert. Meist werden die Schals aus Baumwolle gefertigt, bei Shanti verwendet Phul Maya, die Webkünstlerin, ausschließlich Seidenfäden. Die Schals werden damit schmiegsamer, vor allem jedoch entspricht die feine Seide eher dem Wert, den diese aufwändige Arbeit darstellt. Phul Maya sitzt knapp drei Wochen an einem einzigen Schal!

Insbesondere in Ostnepal wird heute noch nach diesen Mustern gewebt.

Auch Phul Maya ist an Lepra erkrankt - sie hat aber so sorgfältig auf ihre Gliedmaßen geachtet, dass sie keine Verstümmelungen erlitt. Allerdings hat sie von den Fingerspitzen bis in die Ellenbogen kein Gefühl, und dennoch kann sie einmalig schöne Schals weben - bewundernswert!

Umso mehr, als sie dafür keinerlei Vorlage braucht, sondern die Muster aus dem Kopf nacharbeitet, wenn sie sie einmal auf einem Foto oder einer Malerei gesehen hat. Jeder Schal ist ein Unikat - und ein Kunstwerk für sich. Phul Maya denkt sich immer wieder neue Farbkombinationen aus. Dafür hat sie eine einmalige Fähigkeit.