Ein Garten für Kinder

Kinder brauchen kein fertiges Spielzeug – ein paar Nüsschen und Murmeln genügen, und schon ist das schönste Spiel im Gange!

Bild vergrößern mit Mausklick

Freudig hingegeben genießt dieses kleine Mädchen das morgendliche Einölen.

Bild vergrößern mit Mausklick

Neugierig die Umwelt erkunden ist wohl das Schönste für ein Krabbelkind - auch bei Shanti.

Bild vergrößern mit Mausklick

Viele hungrige Mäulchen wollen gestopft werden!

Bild vergrößern mit Mausklick

Singen und Fingerspiele - bei den Kindern sehr beliebt!

Bild vergrößern mit Mausklick

Puppen und Bälle zum Spielen werden bei Shanti selbst angefertigt.

Bild vergrößern mit Mausklick

Und zum Abschluss ein schönes Märchen!

Behütet aufwachsen dürfen

Was für uns in Europa eine Selbstverständlichkeit, ist in Nepal ein Privleg und eine große Ausnahme: in einem Kindergarten behütet und gut gepflegt aufwachsen zu dürfen. Viele Kinder müssen schon sehr früh bei der Feldarbeit oder zuhause mithelfen, nicht selten werden sie auch in Fabriken als billige Arbeitskräfte benutzt.

Falls die Eltern aber doch genügend Geld haben und die Kinder einen Hort besuchen, ist die Zeit für eine ungestörte Kindheit sehr kurz. Schon mit drei Jahren werden die Kinder dort gezwungen, Lesen und Schreiben zu lernen.

Bei Shanti dürfen alle Kinder Kind sein und spielen, bis sie mit 6 oder 7 Jahren die Schulreife erreicht haben. Aber selbst dann wird in den von der Waldorfpädagogik inspirierten Schule das spielerische Lernen groß geschrieben.

Shanti verfügt über zwei Kindergärten: einen in der Station in Kathmandu-Tilganga, und einen in Budhanilkhanta. Jeweils zwölf Kinder werden dort von 10 bis 17 Uhr liebevoll betreut, während die Mütter zur Arbeit gehen oder in sich in einem der Beschäftigungsprogramme engagieren.

Rhythmus und Gewohnheiten pflegen

Ein regelmäßiger Tagesablauf gibt dem Alltag Struktur und den Kindern eine Orientierung.

Vor dem Kindergarten werden die Kleinen erst einmal von Kopf bis Fuß gründlich eingeölt und massiert. Das nährt nicht nur die Haut, sondern ist auch ein wirksamer Schutz vor Parasiten. Die Augen werden mit einer speziellen Paste umrandet - sie schützt vor dem Befall mit einer Fliege, die schwere Augenkrankheiten übertragen kann (Trachom, eine durch Bakterien verursachte Entzündung der Hornhaut, die zum Erblinden führen kann).

Der Vormittag ist denn erstmal dem freien Spielen gewidmet - und die Kinder entwickeln dabei eine lebhafte Phantasie!

Anschließend sammeln sich alle zum gemeinsamen Reigen und Singen, bevor es ein gemeinsames Mittagessen gibt. Gegessen wird gemeinsam - die Kleinen werden gefüttert, die Größeren essen selbst. Der nahrhafte Brei aus Reis, Hülsenfrüchten und Gemüse enthält alle wichtigen Nährstoffe sowie Mineralien, Vitamine und Spurenelemente, die für ein gutes Gedeihen der Kinder wichtig sind.

Nach dem Essen legen sich alle zum Mittagsschlaf auf den großen, weichen Teppich, kuscheln sich aneinander und werden von der Kindergärtnerin mit einer warmen Decke zugedeckt.

Wie in allen Waldorfkindergärten spielen die Kinder auch in Nepal nur mit selbstgemachten Puppen und natürlichen Materialien wie Holzklötzen, Tannenzapfen und Nüssen aller Art. Mehr Spielzeug brauchen sie nicht - dank ihrer Phantasie können sie mit allem etwas anfangen. Viele Besucher staunen immer wieder über die friedliche und fröhliche Atmosphäre, die in diesen Kindergärten herrscht.