Die Shanti-Waldorf-Schule 

Diesen Kindern steht deutlich ins Gesicht geschrieben, wie viel Spaß sie am Lernen in ihrer Schule haben!

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Punkt 9 Uhr am Morgen kommen die Lehrerinnen und die auswärtigen Kinder zur Schule.

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Vor dem Unterricht sammeln sich alle im Hof, machen gemeinsam einige Bewegungsübungen und singen die Nationalhymne!

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Beliebt in den Pausen und vor dem Unterreicht: der große Spielplatz - gestaltet von einer internationalen Jugendgruppe für die Shanti-Kinder.

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Musik nimmt im Stundenplan einen großen Raum ein - und die Kinder lieben das Flöten!

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Für die körperbehinderte Pumi Maya wurde eine extra niedrige Schulbank gebaut - so kann auch sie gut dem Unterricht folgen. Ihre Hefte sind immer besonders schön ausgestaltet!

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Buddha schreibt und malt mit den Füßen – und mit den Füßen holt er geschickt auch alle seine Schulsachen selbstständig aus dem Rucksack, ob Stiftetasche oder Schulheft!

Kinder das Fragen lehren

Angesichts der Tatsache, dass über die Hälfte der Nepali Analphabeten sind, war es für Shanti von vornherein klar, für die Kinder eine eigene Schule zu gründen, und zwar eine von der Waldorfpädagogik inspirierte Schule. Die Kinder sollten nicht auf blindes Auswendiglernen gedrillt werden, wie es an den nepalesischen staatlichen Schulen meist üblich ist, und sie sollten auf jeden Fall in künstlerischen Fächern ihre Kreativität entfalten dürfen.

Deshalb wird im Unterricht großer Wert auf künstlerische Aktivitäten gelegt, wie Formenzeichnen, Malen, Arbeiten mit Ton, Musik, Singen und Tanzen, aber auch auf Sport, Handarbeiten und Handwerken. Eine eigens dafür engagierte Lehrerin unterrichtet die Kinder in den traditionellen nepalesischen Volkstänzen. Es ist Shanti ein großes Anliegen, die Kultur des Landes zu bewahren und in den Kindern wachzuhalten.

Vor allem aber sollten sie zu freiheitlichem Denken erzogen werden. Eine der wichtigsten Fragen dafür ist: "Warum?" Etwas in Frage stellen, etwas hinterfragen, Zweifel äußern dürfen - auch das ist eine Triebfeder zur Gestaltung einer Demokratie. Bei Shanti werden die Kinder gerade zum Fragen ermutigt, damit sie erfassen lernen, was das Leben um sie herum bedeutet. Ohne die Frage "Warum?" ist keine Entwicklung möglich und auch kein Fortschritt.

Seit Shanti erfahren hat, dass gerade diese Frage den Kindern in staatlichen Schulen systematisch abtrainiert wird, achten die Lehrerinnen und Lehrer umso mehr darauf, die Kinder zum Fragen zu ermutigen.

Zurzeit besuchen 105 Kinder die Ganztagsschule in Budhanilkhanta, sie werden von zehn Lehrerinnen unterrichtet, die sich regelmäßig Fortbildungskurse in Waldorfpädagogik besuchen.

Kinder, die in Kathmandu wohnen, werden täglich mit einem Schulbus nach Budhanilkhanta gebracht. Dieser Bus konnte dank der Spendengelder von Hape Kerkeling, die er beim Promi-Special von "Wer wird Millionär" gewonnen hatte, angeschafft werden.

Alle Kinder werden von Klasse 1 an nicht nur auf Nepali, sondern auch auf Englisch unterrichtet.

Zurzeit umfasst die Schule die Klassen 1 bis 5. Shanti bemüht sich jedoch, von den Behörden die Erlaubnis für eine Ausbildung bis zu Klasse 8 zu erhalten und sie so auf die allgemeinen Schulabschlussprüfungen vorzubereiten. Bis dahin müssen die Kinder dafür nach der 5. Klasse noch fünf Jahre auf staatliche Schulen gehen.

Mit oder ohne Behinderung – alle lernen gemeinsam

Alle Klassen der Shanti-Schule sind integrativ angelegt - behinderte und nicht behinderte Kinder lernen gemeinsam. Immer wieder staunen Besucher über die vielen Möglichkeiten, mit denen behinderte Kinder selbst schwierige Aufgaben lösen.

So gelang es beispielsweise dem einarmigen zehnjährigen Rukesh, eine der Stricknadeln so geschickt zwischen die Beine zu klemmen, dass er mit der anderen die Maschen abstricken konnte. So hat er sich selbst einen Schal gestrickt, den er jetzt mit Stolz trägt.

Oder zum Beispiel der 16-jährige Buddha. Er hat aufgrund eines Hirnschadens bei der Geburt spastisch verdrehte Arme. Mit bewundernswertem Geschick benutzt er seine Füße, um seine Schulhefte zu führen.

Er ist gut in Mathematik und kann wunderbare Formen zeichnen. Seine farbenfrohen Bilder werden von allen bewundert. Auf diese Weise fühlt er sich der Gemeinschaft zugehörig und ist ein durch und durch zufriedener Mensch.