Die Ambulanz der Hape-Kerkeling-Klinik

Einer Frau wurde gerade Blut abgenommen - nun wartet sie auf der Bank im Innenhof der Klinik auf das Ergebnis der Labor-Untersuchung. 

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Offene Wunden an den Füßen werden sorgfältig gereinigt, desinfiziert und verbunden.

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Teilweise sind die Füße in einem erbärmlichen Zustand.

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Wartende Patienten vor dem Arztzimmer.

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Die schmiedeeisernen Geländer im Klinikgebäude stammen aus Abbruchhäusern in Kathmandu.

Krankheiten erkennen, Wunden versorgen

In der Ambulanz der Hape-Kerkeling-Klinik werden täglich rund 100 Patienten versorgt. Viele kommen, weil sie Wunden an den leprösen Füßen oder Händen haben, die gereinigt, desinfiziert und verbunden werden müssen. Ein Schwerpunkt der Ambulanz ist deshalb die akute Versorgung der verletzten Haut, vor allem an den Füßen.

Da die meisten Nepali kein richtiges stabiles Schuhwerk besitzen und bei Lepra das Schmerzempfinden nachlässt oder völlig ausgeschaltet ist, entstehen ständig neue Verletzungen. In dem überall vorhandenen Schmutz auf den Straßen infizieren sich die Wunden rasch, eitern und bilden tiefe Geschwüre. Ständig besteht das Risiko einer schweren Blutvergiftung.

Mit der richtigen Wundpflege und -hygiene lassen sich unnötige Amputationen vermeiden, die sonst nicht zu verhindern sind. Ganz abgesehen davon, dass die unversorgten eiternden Hautstellen gerne von Ratten angefressen werden, die in den Elendsquartieren zu einer schlimmen Plage geworden sind. Eine Vorstellung, die uns in Europa das Gruseln lehrt, in Nepal aber zum Alltag gehört.

Während der Monsun-Zeit, die in Nepal in den Sommermonaten liegt, kommen vor allem Menschen mit Durchfallerkrankungen aufgrund von Infektionskrankheiten wie Cholera, Typhus, Amöbenruhr usw. in die Ambulanz. Sie werden sowohl diagnostisch wie auch medikamentös versorgt. Die nötigen Untersuchungen von Blut, Stuhl und Urin, für die Shanti über ein eigenes Labor verfügt, sind ebenso wie die gesamte medizinische Behandlung kostenlos.

Täglich außer dienstags gibt es vormittags eine ärztliche Sprechstunde für alle Bedürftigen. Wer sich dafür anmelden möchte, zahlt 20 Cent und bekommt eine feste Nummer sowie eine Patientenakte. Auf diese Weise entsteht eine sorgfältig geführte Dokumentation, so dass der Arzt bei jedem Besuch gleich über die Krankengeschichte Bescheid weiß.