Die Shanti Leprahilfe –
Grundlagen und Ziele

"Ich bin Leben, das leben will inmitten von Leben, das leben will."

Dieser Satz von Albert Schweitzer ist das Leitmotiv der Shanti Leprahilfe. Für die Menschen in Nepal ist dieser Satz besonders bedeutsam, denn aufgrund der hinduistischen Religion werden Leprakranke sowie Menschen mit Behinderung aus der Gesellschaft ausgestoßen. Krankheit und Behinderung jeder Art - auch aufgrund von Infektionen oder Unfällen - gelten als Strafe der Götter. Wer mit diesen Menschen in Kontakt kommt, sich um sie kümmert oder sie beherbergt, verschafft sich selbst ein schlechtes Karma – und somit ungünstige Voraussetzungen für die nächste Wiedergeburt. Das führt dazu, dass viele dieser Menschen schon als Babys oder Kleinkinder aus der Familie verstoßen werden und als Bettler unter unwürdigsten Bedingungen ihr Leben fristen müssen. Ein Leben inmitten des Lebens ist ihnen damit verwehrt.

Die Shanti Leprahilfe Dortmund e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die finanziellen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch diese Menschen ihren Platz inmitten der Gesellschaft finden. Der Partnerverein in Kathmandu, Shanti Sewa Griha, kann aufgrund der vornehmlich in Deutschland gesammelten Gelder vor Ort die dafür nötige Arbeit leisten.

Und so schwierig diese Arbeit manchmal ist, so sehr beziehen wir daraus auch Kraft, ganz im Sinne des Zitats von Stéphane Hessel in seinem Aufruf "Engagiert Euch!" vom Juli 2011:

"Die eigentliche Herausforderung ist die Überwindung der Hoffnungslosigkeit. Ja, unsere Erde wird auch von der Resignation bedroht: 'Zu spät, alles verbockt, nichts mehr zu machen, wir sind verloren.' Aber wir haben schon manches schwierige Problem erlebt, das dann doch noch gemeistert werden konnte. Warum soll nicht auch heute das, was als ziemlich hoffnungslos erscheinen mag, einer guten Lösung zugeführt werden können?"

 

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Aufgrund von Lepra hat diese Frau kein Nasenbein mehr. Bei Shanti hat sie ihre Lebensfreude wiedergefunden. Sie arbeitet in der Armenküche mit - hier bereitet sie das Gemüse vor.

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Ronja aus Norwegen war im Frühjahr 2012 als Volontärin bei Shanti.

Lepra - nach wie vor ein Problem

Lepra ist auch heute noch ein besonders großes Problem. Denn selbst wenn die Betroffenen medizinische Hilfe bekommen haben und die Krankheit zum Stillstand gekommen ist, sind sie oft an Körper und Gliedern versehrt – den meisten fehlen Fingerglieder, Zehen oder sogar die ganze Nase.

Aufgrund ihres Aussehens und der mit dem Verlust der Gliedmaßen verbundenen Behinderungen sind diese Menschen besonders hilfebedürftig. Gerade sie finden bei der Shanti Leprahilfe ein Zuhause, wo ihre Grundbedürfnisse erfüllt werden: sie erhalten ausreichend nahrhaftes Essen, sauberes Trinkwasser, eine qualifizierte Ausbildung und einen sinnerfüllten Platz innerhalb der menschlichen Gemeinschaft.

Ein besonderes Anliegen von Shanti ist es, Kinder darin zu unterstützen, kreativ und sozial zu denken und ein selbstbestimmtes und verantwortungsbewusstes Leben führen zu können. Eine wichtige Hilfe ist dabei die Waldorfpädaogik, nach der sowohl der Kindergarten als auch die Schule arbeiten.

Aus vielen verschiedenen Ländern der Welt kommen immer wieder jüngere oder ältere Volontäre zu Shanti, um für einige Wochen oder auch mehrere Monate Shanti bei der Arbeit in Nepal zu unterstützen - sei es in Klinik, Kindergarten, Schule oder auch im Rahmen der Beschäftigungs-Therapien.